Kontakt
  Editorials  
  Arbeitsproben  
  Hintergründe  

 

Superlative
Editorial in CLIMB! 3/08

Wieder einmal wurde die Grenze des Machbaren ein bisschen nach vorne geschoben: Am 12. Dezember kletterte Patxi Usobiaga eine 8c+ onsight. Damit überbot er den bestehenden Rekord um ein »+«. Hm. Okay. Und was heißt das jetzt? Ist das vergleichbar mit einer Minute beim Marathonlauf? Oder mit zehn Zentimetern beim Weitsprung? Die Wahrheit ist: Man weiß es nicht. Und im Falle Patxi darf man erst recht ratlos sein, weil die Bewertung noch nicht einmal bestätigt ist. Seine Onsight-Begehung war nämlich eine Erstbegehung. Das ist dann ungefähr so, als ob ein neuer Marathonrekord nur mitgezählt worden wäre, weil die Uhren nicht funktionierten.

Superclimbs
Eigentlich ist es aber auch egal, ob Patxis Onsight-Begehung tatsächlich ein ein neuer Rekord ist oder nicht. In jedem Fall eröffnet diese Leistung der Szene eine neue Dimension – schlicht und einfach, weil sie für möglich gehalten wird. Das ist wie mit »besten Routen«: Ob es »beste« Routen gibt oder nicht, ist völlig egal. Trotzdem wabern sie durch alle Kletterergespräche dieser Welt: Routen, die man unbedingt gemacht haben muss. Routen mit einem besonderen Nimbus. Routen, an denen sich alle anderen Routen messen dürfen. Leute, die es wissen müssen, stelllen ab Seite 18 ein Dutzend »Superclimbs« vor.

Formel-1-Schuhe
»Jeder Vergleich mit der Formel 1 ist ein Schmarrn!« sagt unser Korrektor zum Vorspann des Schuhtests. Wenn man es wörtlich nimmt, hat er natürlich recht – da braucht man nur die Entwicklungskosten von Kletterschuhen und Rennwagen nebeneinanderzustellen. In anderer Hinsicht passt der Vergleich aber schon – dann nämlich, wenn man anschaut, was die Spitzenmodelle den Durchschnittskletterschuhen voraushaben. Wieviel das ist, was die unterschiedlichen Modelle können und was das dem Normalkletterer bringt, steht ab Seite 32.

Traumgebiete
In den 70er und 80er Jahren war eine Reise nach Amerika für einen europäischen Kletterer ungefähr so verpflichtend wie das eine Pilgerreise nach Mekka für einen gläubigen Moslem noch heute ist. Als dann die Sportkletterentwicklung auf dem alten Kontinent Fahrt aufnahm, gerieten die Klettergebiete jenseits des großen Teichs ein wenig in Vergessenheit. Jetzt gewinnt ein Trip in die USA wieder an Glanz, nicht nur wegen des günstigen Dollarkurses. Weswegen dann? Antworten ab Seite 74.

Ob in Superclimbs oder Hallenrouten, in High-End-Schuhen oder Allroundlatschen, in Traumgebieten oder heimischen Steinbrüchen – viel Spaß beim Klettern!

Thomas Bucher
Verantwortlicher Redakteur CLIMB!
 
     
 
Thomas Bucher Journalist Ethnograph Bergsteiger top