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Was ist Ethnographie?
Die Ethnographie ist ein spezieller Ansatz in der Soziologie,
der aus der Ethnologie heraus entstanden ist. Die Entwicklung dieser
Disziplin lässt sich dabei durchaus als Reaktion auf die zunehmende
kulturelle Vielfalt moderner Gesellschaften lesen. Denn während
es der Ethnologie noch um fremde Kulturen und ferne Völker
geht, entdeckt die Ethnographie diese Fremdheit in den vielen verschiedenen
Kulturen der eigenen Gesellschaft - in den Punks, den Sprayern,
den Heimwerkern, den Schachspielern, den Waffenbesitzern und vielen
mehr.
Ethnographen versuchen, diese Kulturen und Szenen
zu erkunden und von ihnen so zu berichten, dass ein zugleich lebendiges
und übersichtliches Bild entsteht. Ethnographen bemühen
sich um maximale Nähe zum Feld, indem sie für eine gewisse
Zeit dort "leben". Ihre Methoden gleichen denen des investigativen
Journalismus. Bei ihren Auswertungen geht es allerdings weniger
um das Aufdecken von Skandalen, als um die Zeichnung eines detailreichen
Panoramabildes.
Wie investigative Journalisten auch sind Ethnographen davon überzeugt,
dass das Abenteuer "gleich um die Ecke" beginnt: Nicht
nur in fernen Gegenden ist von Spannendem zu berichten, sondern
mitten unter uns - zum Beispiel in Schützenvereinen,
Jugendszenen oder bei den Bergsteigern.
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